Fledermäuse und Flughunde

Die Fledermäuse sind eine Säugetiergruppe, die zusammen mit den Flughunden die Ordnung der Fledertiere bilden. Zu dieser Ordnung gehören die einzigen Säugetiere und neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können. Weltweit gibt es rund 900 Fledermausarten, 30 davon in Europa. Die größte Flughundenart erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 170 Zentimetern. Flughunde sind in tropischen und subtropischen Regionen beheimatet. In der EU ist lediglich der Nilflughund auf der Insel Zypern (gehört geographisch zu Asien) anzutreffen. Fledermäuse dagegen sind weltweit - außer in polaren Regionen - vertreten.

30. August 2017

Votrag über Fledermäuse

Burgruine in Daisbach
Irmela Mikus und Jörg Fürstenberger

Im Vorgriff auf die bundesweit stattfindende „Batnight“ organisierte Bernd Schmitt von der BUND Kreisgruppe „Nördlicher Kraichgau“ eine Fledermauswanderung in Daisbach.

Er hatte dazu die Experten Irmela Mikus und Jörg Fürstenberger von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden Württemberg eingeladen. Am letzten Augustwochenende bieten viele Naturschutzgruppen Führungen an, um die fliegenden Säugetiere zu beobachten und ihre Gewohnheiten kennen zu lernen.

 

Die BUND´ler waren etwas früher dran und konnten an der Daisbacher Burgruine rund 30 Teilnehmer begrüßen, die mehr über die heimliche Lebensweise unserer heimischen Fledermäuse erfahren wollten.

 

Die Fledermausexperten hatten eine ganze Bandbreite an Informationen für die Besucher parat. Sie stellten die heimischen Fledermausarten und ihre besondere Anatomie vor. Fledermäuse sind bekannt, dass sie sich über ihr ausgezeichnetes Gehör mit Hilfe eines ausgeklügelten Echoortungssystems orientieren. Auch über die Fortpflanzung, Quartiere und Jagdgewohnheiten erfuhren die Besucher viel Neues. Fledermausweibchen bringen pro Jahr meist im Juni nur ein Jungtier zur Welt. Rund 4-8 Wochen wird das Junge gesäugt. Erst dann ist es flugfähig und jagt selbständig nach Insekten.

 

Besonderen Wert legten die Experten auf Schutzmöglichkeiten dieser zunehmend gefährdeten Tiere. Sie hatten Tipps, die jeder einzelne umsetzen kann. Zentral ist der Erhalt der Fledermausquartiere in Scheunen und Holzverkleidungen an Gebäuden für die spaltenbewohnenden Arten. Mit Fledermauspflanzen können Insekten und in der Folge auch Fledermäuse in den Garten gelockt werden.

Bei einsetzender Dunkelheit konnte die Gruppe zahlreiche  Zwergfledermäuse „live“ und ganz aus der Nähe in ihrer natürlichen Umgebung bei der Jagd auf  nachtaktive Insekten beobachten. Eine Fledermaus kann dabei pro Nacht mehrere Tausend Mücken vertilgen. Um die arttypischen Ultraschalllaute hörbar zu machen, hatten die Fledermausfans spezielle Detektoren eingesetzt.

 

Bernd Schmitt dankte den Experten für die ausführlichen Informationen und war sich mit den Besuchern einig, dass die Veranstaltung im malerischen Park mit der Burgruine im nächsten Jahr ein weiteres Mal stattfinden soll.



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