Prägende Elemente Kraichgauer Landschaft

Die Mitglieder der BUND-Ortsgruppe verrichten eine anstrengende Arbeit, quasi im Dienst der Kraichgauer Kulturlandschaft - beim Schneiden der Kopfweiden am "Daisbächlein".

Waibstadt-Daisbach. (wig) Aus den einst dünnen Stecklingen sind längst kräftige Stämme mit ausgeprägten, dicken Köpfen geworden. Kopfweiden heißen sie deshalb und sie müssen regelmäßig geschnitten werden, um nicht zu kopflastig zu werden. Diese Aufgabe übernehmen seit Jahren die aktiven Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Daisbach, die sich jetzt wieder zur Pflege der Kopfweiden am Daisbächlein trafen.
Kopfweiden zählen seit dem späten Mittelalter zu den prägenden Elementen der Kraichgauer Kulturlandschaft. Ihr unverwechselbares Aussehen verleiht der Landschaft eine charakteristische Eigenart und Schönheit. Bei der Kopfweide handelt es sich um eine nutzungsbedingte Baumform, die durch das "Köpfen" des Stamms und das spätere wiederholte Entfernen der austreibenden Weidenruten und -äste entsteht. Im Laufe der Jahre führt dies zur Ausbildung der typischen Kopfform.
Bis in die 1980-er Jahre hinein gab es auch in Daisbach noch einen Korbmacher, der die biegsamen Weidenruten schnitt und daraus seine Produkte fertigte. Heute jedoch sind Kopfweiden aus ökonomischer Sicht nicht mehr attraktiv. Umso größer ist ihr landschaftsästhetischer und kulturgeschichtlicher Wert als "Zeitzeuge" einer ehemals weit verbreiteten Nutzungsform. Darüber hinaus übernehmen die Bäume mit zunehmenden Alter und fortschreitender Holzzersetzung wichtige ökologische Funktionen. Dies wird besonders anhand der großen Anzahl von Tierarten deutlich, die Kopfweiden als Lebenraum und Nahrungsquelle nutzen können, wie holzbewohnende Insektenarten, höhlenbrütende Vögel oder Fledermäuse. Nicht zuletzt freuen sich auch Spaziergänger über die markanten Bäume, die in Reih und Glied den Gewässerrand säumen.
Dies alles sind genügend Gründe für den BUND, seine jährliche Schnittaktion anzugehen und die Arbeit macht den Mitgliedern auch immer wieder Spaß. Mit Motorsäge und Hochentaster geht es ans Werk, per Hand wird das Schnittgut aufgeladen und anschließend mit dem Traktor abgefahren. Mit einem abschließenden Vesper belohnte BUND-Chef Clemens Stacke die Naturschützer für ihren anstrengenden Arbeitseinsatz.



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