Burgruine ist der ideale Platz für Flattertiere

Waibstadt-Daisbach (rw). Die „Batnight“ ist eine internationale Fledermausnacht, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hat und zu der verschiedene Naturschutzverbände bundesweit aufgerufen haben.
25 verschiedene Fledermausarten gibt es in Deutschland, die aber in ihrem Bestand bedroht sind und daher besonderen Schutz brauchen. Unter diesem Aspekt wird die „Batnight“ alljährlich durchgeführt und von der BUND-Kreisgruppe Nördlicher Kraichgau  stellte Bernd Schmitt von der Daisbacher Ortsgruppe diese Veranstaltung in diesem Jahr auf die Beine.

Ziel war es, die fliegenden Säugetiere zu beobachten und ihre Gewohnheiten kennen zu lernen.

Er hatte dazu die Fledermaus-Experten Irmela Mikus und Jörg Fürstenberger von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden Württemberg eingeladen.

Diese Arbeitsgemeinschaft wurde vor 25 Jahren gegründet und hat inzwischen über 500 Mitglieder. Diese geben in Vorträgen und Führungen Tips, wie der Lebensraum der Fledermäuse erhalten werden kann, damit diese auch in Zukunft zum Nutzen für die Natur weiter existieren können. Denn es sind sehr nützliche Tiere, so verspeist eine einzige Fledermaus mehrere Tausend Insekten in einer Nacht.

Die Daisbacher Burgruine war der ideale Schauplatz für die  rund 30 Interessierten, die mehr über die heimliche Lebensweise der  heimischen Fledermäuse erfahren wollten.

Die Fledermausexperten hatten eine ganze Bandbreite an Informationen für die Besucher parat. Sie stellten die heimischen Fledermausarten und ihre besondere Anatomie vor.

Fledermäuse sind bekannt, dass sie sich über ihr ausgezeichnetes Gehör mit Hilfe eines ausgeklügelten Echoortungssystems orientieren. Auch über die Fortpflanzung, Quartiere und Jagdgewohnheiten erfuhren die Besucher viel Neues. Fledermausweibchen bringen pro Jahr meist im Juni nur ein Jungtier zur Welt. Rund 4-8 Wochen wird das Junge gesäugt. Erst dann ist es flugfähig und jagt selbständig nach Insekten.

Besonderen Wert legten die Experten auf Schutzmöglichkeiten dieser zunehmend gefährdeten Tiere. Sie hatten Tipps, die jeder einzelne umsetzen kann. Zentral ist der Erhalt der Fledermausquartiere in Scheunen und Holzverkleidungen an Gebäuden für die spaltenbewohnenden Arten. Mit Fledermauspflanzen können Insekten und in der Folge auch Fledermäuse in den Garten gelockt werden.

Bei einsetzender Dunkelheit konnte die Gruppe dann zahlreiche Zwergfledermäuse live und ganz aus der Nähe in ihrer natürlichen Umgebung bei der Jagd auf  nachtaktive Insekten beobachten. Darauf waren natürlich alle Teilnehmer besonders gespannt. Sie wurden nicht enttäuscht, denn es waren zum Teil spektakuläre Flugbahnen zu beobachten.

Um die arttypischen Ultraschalllaute hörbar zu machen, hatten die Fledermausfans spezielle Detektoren eingesetzt.

Bis in die späte Nacht hinein wurde das Thema rund um die faszinierenden Tiere behandelt und alle waren sich darüber einig, diese Veranstaltung im malerischen Daisbacher Park mit seiner Ruine im nächsten Jahr zu wiederholen.



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