Daisbacher Kircheulen fühlen sich wohl

4 junge Schleiereulen fühlen sich wohl im Nistkasten im Kirchturm

Waibstadt-Daisbach. (wig) Vier junge Schleiereulen tummeln sich im Nistkasten, die Mutter sitzt unbeeindruckt daneben und putzt sich. Familienidylle pur im Kirchturm der evangelischen Kirche. Seit 2012 wurde kein Nachwuchs mehr im Glockenstuhl vermeldet, dieses Jahr ist es wieder so weit. Die Kinderstube in luftiger Höhe ist belegt.

Vor vielen Jahren haben Aktive der BUND-Ortsgruppe Daisbach mit der Aufstellung mehrerer Nistkästen in Scheunen des Dorfes Schutzmaßnahmen für Schleiereulen gestartet. Denn die großen Vögel mit dem charakteristischen Gesichtsschleier gelten als stark gefährdete Tierart, die es in vielen Dörfern und Städten nicht mehr gibt.

Vor genau 20 Jahren wuchteten die BUNDler dann den rund einen Meter breiten und 50 Zentimeter hohen selbst gezimmerten Kasten die engen Leiterstufen hinauf in den Glockenstuhl der Kirche. Hier passt er gerade so zwischen die drei Glocken und den Schall-Laden hinein. Eine kleine Öffnung in der ansonsten vergitterten Ladenfront wurde geschaffen, durch die der Einflug in den Nistkasten möglich ist.

Schon oft konnten seither Bruterfolge der großen Eulen registriert werden, es gibt aber immer wieder Jahre, in denen keine Jungen ausgebrütet werden. Witterungsbedingter Nahrungsmangel wird als Grund für starke Bestandsschwankungen der Schleiereulen angenommen. Denn deren Hauptbeute, Feldmäuse und andere kleine Säuger, gibt es nicht in konstanter Menge. In „mausarmen“ Jahren kann die Brut komplett ausfallen, während in Jahren mit hohem Mäusebestand auch zwei Mal gebrütet wird.

In diesem Jahr jedenfalls scheint Nahrung ausreichend vorhanden zu sein, die Speisereste im Kasten zeugen von einem gedeckten Tisch. Um die Zukunft der Daisbacher Kircheulen braucht man sich also dieses Jahr keine Sorgen machen.



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