Die Linde

Wer nach Stresssituationen sich bei Sonnenschein unter eine im Juni blühende Linde begibt, wird bereits nach einigen Minuten die wohltuende entspannende Wirkung des Zusammenspiels von Blütenduft, Bienengebrumm, der angenehmen grünen und gelblichen Farben und der Kraft des Baumes zu spüren bekommen. Nicht umsonst haben bereits die Germanen die Linden zum Mittelpunkt ihrer Lebensbereiche gemacht. Unter den Dorflinden wurde getanzt, Liebesbezeugungen abgegeben und Recht gesprochen. Sie ist ein Baum der Liebe, was auch auf Gegenseitigkeit beruht, denn im Wald fühlt sie sich nicht wohl, es scheint fast so, als suche sie die Nähe der Menschen. Die alten Griechen opferten unter der Linde der Liebesgöttin Aphrodite, die Germanen widmeten sie Freya, der Göttin der Liebe und des Glücks. (In Zeiten der Christianisierung wurden aus den Freya-Linden die Marien-Linden). 
Das bekannteste Heilmittel stellt der Lindenblütentee dar. Seine Schweiß treibende und Abwehr stärkende Wirkung soll so gut sein, dass, nach einer Studie aus den USA, damit der Einsatz von Sulfonamiden und Antibiotika vermieden werden kann und diejenigen Kinder, welche mit Lindenblütentee behandelt wurden, wesentlich schneller und ohne Komplikationen wieder genesen sind.
Die Volksmedizin verwendet auch noch die den Magen unterstützenden Blätter und die Krämpfe lindernde Rinde. Die Lindenholzkohle entkrampft Teile des Dickdarms.