BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Bauanleitung für Schleiereulen-Nistkästen

In vielen Dörfern und Städten gibt es keine Schleiereulen mehr. Pestizide, Stromleitungen und Steinmarder setzen ihnen zu. Noch schwerwiegender wirkt der Verlust von Brutmöglichkeiten durch bauliche Maßnahmen. Die bei dieser Art besonders einschneidenden Bestandseinbußen durch harte, schneereiche Winter können deshalb nur langsam ausgeglichen werden.
Schleiereulen wohnen bei uns im menschlichen Siedlungsbereich in Kirchtürmen, Schlössern, Burgen, Scheunen, auf ruhigen Dachböden und in Taubenschlägen. Selten brütet diese Eule in Baumhöhlen. Wichtig für die Schleiereule ist die unmittelbare Nachbarschaft freier Feld- und Wiesenflächen. Dort jagt sie vor allem Mäuse. Geschlossene Wälder meidet sie. In Gegenden in denen lange hoher Schnee liegt, kann sie nicht leben. Dauerhafte Ansiedlungsversuche in Höhenlagen über 600 m sind daher meist zum Scheitern verurteilt. 
Hauptbeute der Schleiereule sind Feldmäuse und andere Mausarten. Der Nahrungsbedarf einer Schleiereule beträgt täglich zwischen 100 bis 150 g. Das sind etwa 3-5 Mäuse.

Verwaiste Greifvögel

Wenn Sie einen aus dem Nest gefallenen jungen Greifvogel (z.B. Schleiereule, Steinkauz) auffinden, so empfiehlt sich als einfachste Maßnahme den Jungvogel umgehend in sein Nest zurückzusetzen. Wenn dies nicht möglich ist, so können Sie die Deutsche Greifenwald Burg Guttenberg benachrichtigen. Diese verfügt über eine Auffangstation für verletzte oder pflegebedürftige Greifvögel. Nachdem die Tiere wieder gesund gepflegt sind, werden sie ausgewildert. Die  Greifenwarte ist unter der Telefonnummer 06266-388 zu erreichen. Wenn eine Kontaktaufnahme nicht möglich ist, wenden Sie sich an die nächste Polizeidienststelle.

Nistkästen

Infolge eines fortschreitenden Landverbrauchs, Rückgang von Streuobstwiesen und moderner Bauweise von Häusern fehlen unserer Vogelwelt zunehmend Nist- bzw. Brutmöglichkeiten. Vordringlich ist es deshalb diesen Tieren natürliche Nistmöglichkeiten zu schaffen, wie sie das Pflanzen von z.B. Schlehe, Brombeere oder Wildrose in einer Hecke bietet.  

Wo dies nicht möglich ist, kann auch auf künstliche Nisthilfen zurückgegriffen werden.  Nistkästen sind eine solche Brutmöglichkeit. Es gibt sie für die verschiedensten Vogelarten und Fledermäuse. Abhängig von ihrer Bauform und Größe sowie dem Durchmesser des Einflugloches ist ein Nistkasten prädestiniert für eine bestimmte Tierart. 

Vorrätig sind die Nisthilfen bei unserer Daisbacher BUND-Ortsgruppe. Aber Sie können sie auch bei Baumärkten oder Raiffeisenmärkten beziehen. Auch bietet der Landschaftsgärtner Huben in Ladenburg eine reichhaltige Auswahl an Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse (Fledermauskästen) und Igel (Igelkuppeln). Vom BUND empfohlen werden z.B. Nistmöglichkeiten des Herstellers Schwegler.

Beim Aufstellen von Vogelnistkästen ist zu beachten, dass diese nach Osten bzw. Südosten ausgerichtet, sowie vor direkter Sonneineinstrahlung geschützt sind. So kann eine zu starke Erhitzung im Innern der Nisthilfe verhindert werden. 
Weiter sollte der Standort sicher vor Katzen sein. Aus diesem Grunde empfiehlt sich eine Mindestaufstellhöhe von ca. 2 m über dem Boden. 

Im Spätherbst oder Winder sind die Nistkästen zu reinigen, um einem Milbenbefall der neuen Brut im nächsten Frühjahr vorzubeugen.

Quelle: http://daisbach.bund.net/oekotipps/artenschutz/voegel/